Rheintour mit dem Boot von Köln nach Worms
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Rheintour von Köln nach Worms und zurück mit dem Boot

Eine Rheintour mit dem Boot – wie kommt man darauf? Reisen in Deutschland und Mikroabenteuer in der näheren Umgebung stehen ja spätestens seit 2020 voll im Trend. Aber anstatt die Region auf klassischen Wegen zu erkunden, wählten wir eine andere Option und schipperten mit unserem Motorboot – quasi ein kleines Wohnmobil auf dem Wasser – den Rhein hoch. Von Köln nach Worms und zurück. Was wir erlebten, an welchen Orten wir Halt machten und welche Geheimtipps wir von dieser Reise mitbrachten, erfahrt ihr in diesem Artikel. Übrigens, auch für diejenigen, die diese wunderschöne Strecke auf dem Landweg erkunden wollen.

Reiseinfos im Überblick

Dauer: 9 Tage

Zurückgelegte km hin und zurück auf dem Rhein: 490 km

Highlights: Loreley, Rüdesheim, Königsklinger Aue, Worms, Erfelder Altrhein

Tipp: klickt auf die Orte, Ankerplätze oder Häfen und ihr werdet zu den detaillierten Infos geleitet!

Rheintour Tag 1: Köln – Vallendar

Erster Tag und wir legten schon mal einige Kilometer zurück, 92, um genau zu sein. Von Köln pesten wir durch bis in den Vallendarer Stromarm. Vallendar befindet sich am Rheinkilometer 595 (rechtes Ufer) – kurz vor Koblenz und dem deutschen Eck, wo die Mosel auf den Rhein trifft. Dafür brauchten wir ca. 4 Stunden und konnten dafür aber den Rest des Tages entspannen. Der Stromarm ist nämlich dafür perfekt: minimale Strömung, warmes sauberes Wasser zum Baden. Unser Anker- und Schlafplatz befand sich am rechten Ufer, direkt am Wäldchen. Achtung: auf der gegenüberliegenden Seite verläuft die Fahrrinne von den Ausflugsschiffen und Wasserskifahrern, dort werdet ihr keinen entspannten Liegeplatz haben. 

Was kann man in Vallendar unternehmen?

Natürlich könnt ihr auch im Hafen von Vallendar anlegen. Pro Nacht und angefangenem Meter beträgt die Gebühr 0,50 €. Am besten ihr ruft vorher beim Hafenmeister durch, um euch einen freien Liegeplatz geben zu lassen (Tel: +49 160 90542283, https://www.yachtclubvallendar.de). 

Von hier aus fährt das Ausflugsschiff zum Deutschen Eck. Einkaufen könnt ihr im gut sortierten REWE oder Netto und direkt gegenüber vom Hafen befindet sich das Restaurant Mediteraneo mit obligatorischer Pizza und Blick auf den Fluss.

Was gibt es zwischen Köln und Vallendar?

Ihr müsst natürlich nicht direkt durchrasen, sondern eure Fahrt von Köln Richtung Koblenz auskosten. Zum Baden zwischendurch eignen sich die Nonnenwerth Insel (km 642, linkes Ufer) und Hammersteiner Werth (km 618, rechtes Ufer). Kurz nach Nonnenwerth könnt ihr am Pfannkuchenschiff in Oberwinter (km 639, linkes Ufer) anlegen und lecker Pfannkuchen, Flammkuchen, Schnitzel etc. schnabulieren.

Tanken zwischen Köln und Vallendar

Bootstankstellen gibt es:

  • im Rheinauhafen in Köln (km 687, linkes Ufer)
  • im Yachthafen Neuwied (km 606, rechtes Ufer) -> ruft bitte vorher den Hafenmeister an (Tel. +49 151 18643089), sie ist nicht durchgehend besetzt.
  • In Vallendar könnt ihr vom Ankerplatz aus ans Land gehen und zu Fuß Jet oder Oil Tankstelle mit Kanister ansteuern

Rheintour Tag 2: Vallendar – Loreley – Lorch

Von Vallendar zur schönen Loreley

Nun stand uns eine der schönsten Rheinstrecken überhaupt bevor: Loreley und Rheingau und der Loreley Felsen war unser erstes Ziel. Nach 1,5 Stunden Fahrt waren wir da. Die gefürchtete Wahrschauer Straße mit ihren engen Stellen und starker Strömung war für unser kleines und wendiges Boot keine Herausforderung, aber wir sahen, welche Mühe die Frachtschiffe hatten und mit dem Heck versetzt wurden.

Um die Loreley anzusteuern, hatten wir zwei Möglichkeiten: entweder im Hafen St. Goar (km 557, linkes Ufer) anzulegen und von dort aus mit einem Ausflugsschiff aufs andere Ufer überzusetzen oder in den Loreley Hafen (km 555, rechtes Ufer), direkt unter dem Felsen zu fahren. Ohne wirklich zu wissen, was uns im Loreley Hafen erwartete, fuhren wir dahin und sahen uns die Lage an. Alle Anlegestellen sind dort privat. D.h. uns blieb nur das Ankern übrig. Es handelt sich um ein Becken, das durch Betonwände begrenzt wird. Auf die Wand kommt man aber bequem die Stufen hoch, die überall eingelassen sind.

Wir ankerten direkt am Ufer (sehr tief), so dass wie uns mit dem Heck zum Ufer drehen konnten und von der Badeplattform aufs Land springen konnten. Der Vorteil: wir sparten uns viel Zeit, da sich in nur ein paar hundert Metern schon die (400 steilen :-)) Stufen zum Felsenaufstieg befanden. Aber die Mühe lohnt sich: von oben habt ihr einen wahnsinnig schönen Ausblick auf den Rhein und Umgebung.

Als Aktivitäten könnt ihr auch die Sommerrodelbahn fahren oder das Loreley Besucherzentrum besuchen. Leider bildeten sich an dem schönen Sommersonntag lange Schlangen davor, so dass wir uns stattdessen zum Hunger- und Durststillen in den Loreley Biergarten begaben. Das Essen war eher mittelmäßig, aber wir wurden sehr freundlich bedient und auch hier ist der Ausblick fantastisch.

Ankern in Lorch

Der Loreley Hafen ist zwar super als Ausgangspunkt für den Felsen, aber dort schlafen wollten wir nicht, denn der Platz war einfach nicht gemütlich genug.

Daher fuhren wir 14km weiter südlich nach Lorch (km 540, rechtes Ufer). Und wie schön und idyllisch konnten wir dort ankern! Zwar verläuft direkt am Ufer eine Landstraße und die Strömung ist zu strak zum Baden, aber abgesehen davon – ein wunderbarer Ankerplatz.

Rheintour Tag 3: Lorch – Rüdesheim

Kann man eine Stadt auf seiner Rheintour auslassen, die sich dem Wein verschrieben hat? Natürlich nicht! Und deswegen war es klar für uns, dass Rüdesheim eine Zwischenstation auf unserer Rheintour werden würde. Hier wollten wir auch über Nacht an Land gehen, im Hotel übernachten (duschen ist zwischendurch eine tolle Idee! 😅), uns die Stadt ansehen, und richtig gut essen gehen.

Von Lorch aus sind es nur 12 km bis nach Rüdesheim und auch diese Strecke ist atemberaubend schön. Noch nie habe ich so viele Burgen und Schlösser auf einem Flecken gesehen wie hier entlang der Rheingau Ufer! 

Rüdesheimer Hafen

In weniger als halber Stunde waren wir im Rüdesheimer Hafen. Freie Gastplätze sind grün gekennzeichnet. Der Hafenmeister war extrem gastfreundlich und gab uns direkt Touristeninfos zu Rüdesheim. Und als weiteres Highlight des Hafens: kostenloser Fahrradverleih, manche sogar mit Anhängerkupplung, so dass man schön mit einem hafeneigenen Anhänger einkaufen fahren kann. Duschen und saubere Toiletten gibt es auch. Für unsere 6 m zahlten wir pro Nacht: 10€.

Einkaufsmöglichkeiten rund um den Hafen

Auf den praktischen Fahrrädern des Hafens erreicht man das 5 min entfernte Industriegebiet mit allem, was man für das (Boots-) Leben baucht: Rewe, Lidl, Aldi, Penny, dm, Tankstelle, Gartencenter, Bäcker, Metzger. Unser Tipp: Bäckerei Dries – oberleckere Backwaren!

Übernachten in Rüdesheim

Unsere Wahl fiel auf das Hotel Rose, zentrumsnah und mit schönen renovierten Zimmern zum Preis von 56-165 €/Nacht ausgestattet. Wir wurden sehr freundlich empfangen und konnten unsere Fahrräder im Innenhof unterstellen.

Was kann man in Rüdesheim unternehmen?

Seilbahn zum Niederwalddenkmal 

Wie sich die Germania Statue über die Weinberge erhebt, erblickt man schon, wenn man sich auf dem Rhein Rüdesheim nähert. Aber wie gelangt man auf schnellstem Wege dorthin? Ganz romantisch – in einer Seilbahn schwebend. Die Talstation befindet sich mitten im Zentrum, eine Hin- und Rückfahrt kostet 9 €. Die Seilbahngesellschaft bietet aber auch andere spannende Touren an – findet es hier heraus: https://www.seilbahn-ruedesheim.de/touren/

Wandern im Rheingau 

Wandern in den Weinbergen – ganz klar, da muss man zum Rheinsteig und insbesondere im Rheingau gibt es wunderschöne Wanderstrecken, die man mit Besuchen in dem ein oder anderen Weingut verbinden kann. Findet hier eure optimale Strecke: https://www.rheinsteig.de/rheinsteig

Museen, Klöster, Burgen

Wer länger als einen Tag in Rüdesheim bleibt, kann eine weitere Menge an historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten innerhalb und außerhalb der Stadt entdecken. Hier das passende Programm für euch: https://ruedesheim.de/sehenswertes/

Essen und Trinken in Rüdesheim

Wein wird in Rüdesheim so wie überall im Rheingau großgeschrieben. Doch was hat die Stadt kulinarisch so drauf? Eine Institution der Stadt: die Drosselgass. Hier reihen sich die Restaurants und Kneipen aneinander und die Touristenströme schieben sich jeden Abend durch die schmale Passage. Wir wollten es ebenfalls ausprobieren und steuerten folgendes Restaurant in der Drosselgasse an:

Breuer‘s Rüdesheimer Schloss

Schon mal super wichtig: man sollte auf alle Fälle reservieren. Wir hatten Glück ohne Reservierung den letzten Tisch auf der schönen Außenterrasse zu erwischen und das nur, weil wir schon um 18.00 da waren. Das Essen war ganz lecker, aber dafür, dass es das bestbewertete Lokal der Stadt ist, nicht überragend. Die Bedienung und das Flair gefiel uns aber sehr gut. Der Wein: natürlich hervorragend!

Graf Rüdesheim

Beim Frühstück machten wir leider einen Fehler. Anstatt in unserem Hotel zu frühstücken, das eine sehr gute Auswahl inklusive Waffeln bot, begaben wir uns nochmals in die Stadt und wurden enttäuscht. Rüdesheim glänzt nicht unbedingt mit Frühstückslokalen. Die Drosselgass hatte keinen einzigen Laden offen. Am Rhein auch nichts los. Also gingen wir in das einzige Restaurant, das irgendwas Frühstückartiges zu haben schien: Graf Rüdesheim, was wir leider solala fanden.

Rheintour Tag 4 – 5 : Rüdesheim – Königsklinger Aue – Sändcheninsel

Nach dem Stadtprogramm wollten wir uns etwas Ruhe gönnen und einfach nur das schöne Sommerwetter vor Anker genießen. Wie wir feststellten, gibt‘s im Rheingau so einiges an Anker- und Bademöglichkeiten. Eine davon – Königsklinger Aue, km 512, linkes Ufer. Perfekt für entspannten Aufenthalt ruhig, keine Strömung, kein Seegras, warmes Wasser, traumhafte Landschaft. Aber so schienen es auch alle anderen Boote in der Umgebung auch zu empfinden, denn es wurde ziemlich voll. Eine ganz andere Erfahrung für uns, denn meist hatten wir bisher unsere Ankerplätze zumindest nachts für uns alleine, insbesondere an Wochentagen.

Am nächsten Tag, nach ausgiebigem Baden und Chillen fuhren wir noch ein Stückchen Richtung Süden. Erst steuerten wir die Ludwigsaue an, doch diese Bucht war wirklich hoffnungslos von anderen Booten überfüllt. Daher entschieden wir uns für die Sändchen Insel (km 488, linkes Ufer) .

Die Strömung ist hier ziemlich stark, aber wir wollten nur übernachten, bevor wir am nächsten Morgen den nächsten Hafen ansteuern würden und dafür war dieser Platz gut geeignet. 

Rheintour Tag 6: Sändcheninsel – Worms

Yachthafen des MYC Worms

In 45 km erreichten wir die älteste Stadt Deutschlands: Worms (Hand aufs Herz: hättet ihr es gewusst? Wir bis dahin nicht :-))

Der Yachthafen liegt auf km 442, linkes Ufer, achtet darauf die richtige Einfahrt zu nehmen!

Auch hier wieder extrem netter Hafenmeister. Überhaupt – das mag Zufall sein – aber in Worms sind uns nur freundlichste Menschen begegnet. Die Gastliegeplätze werden zu 2€/ angefangenem Meter und Nacht angeboten. Sanitäranlagen, Duschen, WLAN, Strom und eigene Bootstankstelle  – alles vorhanden. 

Der Hafen liegt etwas außerhalb, aber in ca. 300 m Entfernung befindet sich eine Bushaltestelle. Der Bus kommt jede halbe Stunde und in weniger als 10 min erreicht ihr das Stadtzentrum.

Übernachten in Worms

Wir wählten das super zentrale Hotel Kriemhilde Dependence und waren sehr angetan von unserem modernen und sauberen Zimmer für 110€/ Nacht.

Was kann man in Worms unternehmen?

Unser Spaziergang führte uns vom Wormser Dom zur alten Stadtmauer, die die Wormser Altstadt umringt. Obwohl im 9. Jh. errichtet, sind viele der Mauerteile noch gut erhalten und durch zahlreiche Grünanlagen sehr angenehm zu erkunden. Direkt an der Mauer und unweit des Doms erinnert das Lutherdenkmal an das Ereignis in 1521, als Martin Luther seine Reformationsthesen auf dem Reichstag zu Worms verteidigte. 

Ein 20-minütiger Gang Richtung Rhein führt zum Wahrzeichen der Stadt – der Nibelungenbrücke und dem Nibelungenturm, den wir bereits vom Wasser aus bewundern konnten. Worms atmet an jeder Ecke die Nibelungensage. Ist es bei euch auch mit dem Geschichtsunterricht zu lange her? Hier https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/die-nibelungensage-in-90-sekunden-102.html zur Erinnerung das Nibelungenlied in 90 Sekunden 🙂

Ein paar Schritte von der Brücke befindet sich auch das Denkmal für die Nibelungenfigur Hagen, sowie ein Riesenrad, von dem man aus einen schönen Blick auf die Stadt hat. 

Nach den vielen Kilometern auf den Beinen habt ihr euch eine Erfrischung verdient – und zwar in der Strandbar 443 mit Blick auf den Rhein.

Mascha auf der Nibelungenbrücke während der Rheintour

Essen und Trinken in Worms

Pizza Papabú

Super duper tolle Pizza mit hauseigener Teigrezeptur ohne Hefe, aber trotzdem luftig und locker und extrem lecker! Und unheimlich netter Besitzer. Mitten in der Stadt.

Pizza Papabu in Worms

KOI

Gutes Sushi in der Innenstadt. Alles super frisch, schöne Sitzplätze im Innenhof und freundlicher aufmerksamer Service.

Vannini Eis

Hier wird jeder fündig, riesige Eisauswahl und große Terrasse zum Genießen.

Direkt am Marktplatz unweit des Doms.

Strandbar 443

Wer einen Spaziergang zum Rhein oder der Nibelungenbrücke unternommen hat, kann hier eine Erfrischung oder einen Sundowner in Strandatmosphäre zu sich nehmen. Eine ganz besondere Adresse in Worms!

Fritzi’s Manufakturei 

Irgendwie hatten wir auf dieser Reise kein Glück beim Frühstück. Am besten bewertet in Worms war Fritzi’s Manufakturei. In den Rezensionen schreibt jeder begeistert von den üppigen Frühstücksetageren und vielen Leckereien. Also begaben wir uns zu dem vielversprechenden Laden. Leider wurden wir enttäuscht. Die Auswahl und Qualität auf der Frühstücksetagere überzeugte uns nicht. Und am allerwenigsten die absolut überforderte Bedienung, die ständig etwas vergaß und uns Ewigkeiten warten ließ. Vielleicht war es ja nur ein schlechter Tag.

Bootstankstellen zwischen Sändcheninsel und Worms

Auf km 480 am linken Ufer bei der Einfahrt zum Hafen Oppenheim liegt eine der besten Bootstankstellen überhaupt. Sie ist mit der Landtankstelle Total oberhalb verbunden und entsprechend gelten auch Landpreise. Vor dem Tanken müsst ihr euch kurz in die Landtankstelle begeben und Angaben zum Boot machen, dann wird die Zapfsäule für euch freigegeben.

Auch im Yachthafen des MYC Worms könnt ihr Tanken. Bequem täglich von 8-22h könnt ihr hier euer Schiff selber mit Kartenzahlung befüllen und seid nicht auf die Anwesenheit des Hafenmeisters angewiesen.

Rheintour Tag 7: Worms – Erfelder Altrhein

Leider wurde es für uns Zeit auf unserer Rheintour den Heimweg anzubrechen. Aber nicht ohne noch gemütlich unterwegs an einem neuen Ort zu ankern und die Natur zu genießen. Auf der Karte entdeckten wir den 30 km entfernten Erfelder Altrhein. Wir wussten nicht, was uns erwarten würde und noch viel weniger, dass es unser Highlight der Reise werden würde. Die Einfahrt in diesen kleinen Nebenarm vom Rhein befindet sich auf km 474 (rechtes Ufer) und geht durch bis Stockstadt. 

Die Ufer des Altrheins gehören zum Naturschutzgebiet Knoblochsaue und dürfen nicht betreten werden. Das Ankern ist bis 2 km nach Einfahrt in den Arm erlaubt. Hier herrschte die absolute Ruhe – unglaublich!! Noch nichtmals entfernte Straßengeräusche, die man in Rheinnähe normalerweise immer in Kauf nehmen muss. Nein, einfach nur Ruhe und wunderschöne Natur, kaum Strömung, sauberes Wasser zum Baden. Das Einzige, was die Ruhe „unterbrach“, waren allerlei Tiergeräusche: das Gegacker der Gänse, die über uns zu ihrer Schlafstätte flogen, das Aufplatschen (gefühlt) riesiger Fische, die auf ihrer Abendjagd aus dem Wasser sprangen… Und nicht zuletzt: das mysteriöse Rascheln am dunklen Ufer, was sich als eine Wildschweinfamilie herausstellte, die sich an unserem ankernden Boot keineswegs zu stören schien.

Dieses Eckchen entpuppte sich als ein wahres Paradies und Geheimtipp auf unserem Törn!

Rheintour Tag 8-9: Erfelder Rhein – Osterspai – Köln

An diesem Tag machten wir Meter Richtung Norden, Richtung Zuhause. Mit der Strömung waren wir in einigen Stunden am Engen Thürchen bei Osterspai (km 577, rechtes Ufer), wo wir unsere letzte Ankerübernachtung machten. Idyllisch fanden wir es dort nicht. Von allen Seiten lärmte es: Schiffe, Züge, Autos, Hubschrauber. Aber es sollte ja nur ein kurzer Zwischenaufenthalt werden und dafür war‘s gut geeignet. Und ab da am nächsten Tag nach Köln durch. 

Enges Thürchen in Osterspai auf der Rheintour

Unsere erste längere Rheintour mit eigenem Boot ging zu Ende und wir planten bereits die nächste…

Unsere Orientierungshilfe für die Rheintour

Ohne gute und zuverlässige Infos ist es auf jeglichem Gewässer nicht einfach unterwegs zu sein, insbesondere auf dem Rhein. Wir hatten mit diesem ausführlichen Buch große Freude am Planen und Durchführen unserer Rheintörns. Ankerplätze, Häfen, Tankstellen, Werkstätten und viele Infos zu örtlichen Gegebenheiten auf allen Rheinkilometern sind hier ausgewiesen. Nur zu empfehlen für Freizeitkapitäne!

Seid ihr auch Wasserratten wie wir und sucht nach weiteren Inspirationen zu Reisen auf dem Wasser? Dann besucht doch auch meinen Artikel zu unserem Hausbooturlaub in Polen!

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Wie wundervoll ist unsere Welt und wie langweilig ist es immer nur dahin zu reisen, wo schon alle anderen sind! Ich begebe mich auf Entdeckungsreisen zu den Orten, die noch wenig touristisch erschlossen sind und berichte von meinen Abenteuern.

3 Kommentare

  • Deutschlandjäger

    Liebe Mascha,

    herzlichen Dank für diesen Tipp. Jetzt bräuchte man nur noch mehr oder weniger zufällig ein Motorboot in der nicht vorhandenen Yacht-Garage, dann könnte es ja losgehen. 🙂 Tatsächlich habe ich das Thema auch schon eine Weile auf dem Schirm, bleibe meist aber dann doch wieder „nur“ an Land. Aber auch da gibt es in Deutschland untouristische Dinge zu entdecken. Muss man halt einfach mal machen… 🙂

    LG
    Jan

    • Mascha

      Danke für deinen Kommentar, lieber Jan!
      Ja, wir sind auch einige Zeit mit dem Thema Bootsanschaffung „schwanger“ gegangen, bis wir uns final dazu entschlossen haben. Und das war eine der besten Entscheidungen überhaupt 🙂
      Ich gebe dir völlig recht! Es gibt so viele einsame und schöne Ecken in Deutschland, man muss sich nur auf die Reise begeben!
      LG
      Mascha
      Und je nachdem welches Boot und welcher Hafen, halten sich die Kosten in Grenzen. Hauptsache, man hat’s nicht weit zum Wasser 🙂

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