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Die Umgebung von Brașov (Kronstadt) – schönste Aktivitäten

Großes Kino.

Habt ihr mal „Unterwegs nach Coldmountain“ mit Nicole Kidman gesehen? Dann ist euch schon mal ein Stückchen Umgebung von Brașov bekannt. Denn – was die wenigsten wissen – genau dort wurde der Film gedreht. Nicht von ungefähr, denn diese Region bietet wunderschöne Wildnis, Unberührtheit und Abgeschiedenheit.

Ein Wanderweg im Canyon von Nationalpark Piatra Craiului in der Umgebung von Brașov
Wildes Canyon im Nationalpark Piatra Craiului

Bärenbeobachtung in der Umgebung von Brașov

Das war ein unvergessliches Erlebnis! Die Chance wilde Bären in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten hat man nur selten. Und daher war es für uns klar – diese Tour müssen wir machen. Wir kontaktierten vorab Active Holidays (https://www.activeholidays.ro/tours-page-en/brown-bears-tours-in-romania-see-bears-in-the-wild), um den Trip zu buchen und bezahlten am Tag vor der Tour vor Ort in ihrem Büro im Stadtzentrum (45€/ p.Person).  

Zu beachten vor der Tour:

  • kein Essen mitbringen
  • Kein Parfum/Deo 
  • Kleidung in unauffälligen Farben
  • Da man eine kurze Strecke durch den Wald läuft, sind Wanderschuhe oder zumindest feste Schuhe hilfreich

Bären haben einen sehr ausgeprägten Geruchs- und Hörsinn und können durch starke Gerüche oder laute Geräusche verschreckt oder angezogen werden. Beides wollt ihr nicht 🙂

Bären im Wald in Umgebung von Brașov
Waldbären – großartiges Erlebnis!

Bärenbeobachtung – der Ablauf

Der Trip startet ein paar Stunden vor Sonnenuntergang, deshalb ist der genaue Zeitpunkt von der Jahreszeit abhängig. Wir wurden mit dem Auto abgeholt und in einer ca. halbstündigen Fahrt an einen Waldrand gebracht. Dort wartete der Ranger in einem Jeep auf uns, der uns ins Waldinnere transportierte. Dort stiegen wir aus und liefen 5-10 Minuten, vom Ranger begleitet, zu dem Beobachtungsort. Unterwegs zeigte er uns Tierspuren im Waldboden. Das Gefühl einen frischen Bärentatzenabdruck zu sehen ist ungeheuerlich und faszinierend zugleich! Auch Wolfsspuren haben wir unterwegs entdeckt.

Bärenspur im Wald in der Umgebung von Bären im Wald in Umgebung von Brașov
Auf frischer Tat ertappt. Bärenspuren im Wald.

An einem Punkt wies uns der Ranger an ganz leise zu sein und da sahen wir sie durch die Äste auf einer Lichtung: eine Bärin mit ihren Jungen beim Futtern. Wir befanden uns auf einer Anhöhe, auf der ein Beobachtungshäuschen mit der Aussicht auf die Lichtung stand. Dort konnten wir es uns bequem machen und den majestätischen Tieren ca. 1 Stunde ganz in Ruhe zuschauen. In dieser Zeit kamen auch andere Bären zur Futterstelle. 

Mascha und Alex am Bärenbeobachtungsspot mit Active Holidays in Brașov
Bären in freier Wildbahn – Active Holidays Brașov

Wir hatten doppeltes Glück: zum Einen hätte es sein können, dass die Bären im November schon im Winterschlaf sind. Zum Anderen hatten wir aufgrund der Nebensaison die Tour für uns alleine und konnten selber entscheiden, wann wir uns wieder auf den Weg machen. Das könnte in der Hauptsaison natürlich etwas voller werden. Und wie bei allen Wildtierbeobachtungen: die Garantie sie zu sehen, gibt es nie! Hier entscheidet die Natur. Das muss einem vorab bewusst sein.

Kirchburg Prejmer

Die Kirchburgen gehören zweifelsohne zu einmaligen Sehenswürdigkeiten in Transsilvanien. Sie wurden im Mittelalter von der Dorfgemeinschaft gebaut, um sich vor feindlichen Angriffen zu schützen. Um die Kirche herum, wurde eine kleine Festung errichtet, in der die Dorfbewohner zu Kriegszeiten untergebracht waren und ihren täglichen Aufgaben nachgehen konnten.

Kirchburg Prejmer in der Umgebung von Brașov
Ein Zeuge des Mittelalters – die Kirchburg Prejmer in der Umgebung von Brașov

In der Zeit der regelmäßigen Angriffe seitens Türken und Tataren wurden mehr als 300 Kirchburgen erschaffen. Auf dem Roadtrip durch Transsilvanien sieht man die Kirchburgen immer wieder. Einige davon gehören dem UNESCO Weltkulturerbe an. Auch Prejmer, eine der bekanntesten Burgen in der Umgebung von Brașov. Umso erstaunlicher war es, dass wir damals die einzigen Besucher von Prejmer waren. Der Eintritt kostet 8 RON. Euch erwartet ein idyllischer Innenhof und in die Inennmauern eingelassene Wohn- und Vorratskammern, die ihr nach Lust- und Laune erkunden könnt. Auch hier war übrigens die Filmindustrie schon zugange. Der Innenhof der Kirchburg diente nämlich als Filmkulisse für „Die Päpstin“. Von diesem Trubel haben wir aber persönlich nichts gemerkt.

Ein Innengang von der Kirchburg Prejmer - ein Highlight in der Umgebung von Brașov
Vor hunderten von Jahren befanden sich hier die Schießscharten – ein Innengang von der Kirchburg Prejmer

Wandern: Nationalpark Piatra Craiului

Eigentlich war es anfangs unser Plan, die Fogarascher Berge durch Wanderungen zu erkunden. Dies ist die höchste Bergkette in Rumänien und soll atemberaubend schön sein. Den Zugang dazu bietet die Transfogarascher Hochstraße, die durch diese Region führt und ebenfalls eine eindrucksvolle Strecke sein soll. Aber leider wird diese Straße im Winter geschlossen. Und da der November in den Höhenmetern schon zum Winter zählt, mussten wir dieses Vorhaben auf ein andermal im Sommer verschieben. Stattdessen bot sich der Nationalpark Piatra Craiului in der Umgebung von Brașov an, der für außergewöhnliche Kalksteinformationen bekannt ist.  

Wasserfall im Nationalpark Piatra Craiului
Gebirgsbach in Piatra Craiului

Zuerst fuhren wir zur Park Visitor Center (www.pcrai.ro), um Tickets und Wanderkarten zu besorgen. Am besten ihr gebt „Piatra Craiului National Park Visitor Center“ in Google Maps ein, dann werdet ihr direkt dahin geführt. Oder das Restaurant „Padina Craiului“, das dem Visitor Center genau gegenüber liegt. Wir hatten etwas Schwierigkeiten das Gebäude anhand der Straße und Hausnummer zu finden. Die Dame an der Rezeption war sehr freundlich und hilfreich. Sie händigte uns die Wanderkarte aus und zeigte die Wanderoptionen.

Höhle im Wanderparadies Piatra Craiului
Wanderparadies Piatra Craiului

Und schon ging es los, vom Center aus führt bis zu einer Schranke eine Autostraße ins Parkinnere. Dort haben wir geparkt und sind losmarschiert. Unsere Wanderung dauerte ca. 5 Stunden (gelbe Markierung), da wir am gleichen Tag zurück mussten, aber es gibt auch mehrtägige Wanderrouten. Die Canyon-Landschaft ist fantastisch und sehr sehenswert! Der Zugang kostet 5 RON/Woche pro Person.

Mascha wäscht Obst im Nationalpark Piatra Craiului
Trinkwasser im Nationalpark Piatra Craiului

Bärenreservat Libearty

Diese Aktivität möchten wir euch sehr ans Herz legen, solltet ihr mal in Brașov sein. Denn dabei bekommt ihr nicht nur Meister Petz ganz aus der Nähe zu sehen, sondern ihr unterstützt auch ein tolles Tierschutzprojekt. Das 70 ha große Waldarreal bittet ehemaligen Zirkus-, Zoo-, Tanz- und Käfigbären ein neues natürliches Zuhause.

Ein Bär in Libearty Reservat
Kann sich endlich in seiner natürlichen Umgebung austoben – ein Bär in Libearty Reservat

Es ist kaum zu glauben, doch erst bis vor rund 10 Jahren war es in Rumänien jedem privat erlaubt Bären zu halten. So wurden sie z.B.vor Restaurants oder Sehenswürdigkeiten in Käfigen gehalten, um Besucher anzuziehen. Nicht selten griffen Besitzer zu Salzsäure, um die Nase der Tiere zu verätzen und so den Geruchsinn zu schwächen. Es gibt eine Reihe an ähnlichen grausamen Geschichten und man muss keine große Fantasie haben, um sich vorzustellen, dass diese armen Geschöpfe kein glückliches Leben hatten. 

Bären vom Libearty Reservat während der Futterzeit
Futterzeit!

Die Tierschutzorganisation holt solche Tiere ins Reservat, wo sie sich frei bewegen und austoben können. Für Besucher ist das Reservat nur 2 Stunden am Tag vormittags geöffnet und der Zutritt ist nur mit geführter Tour möglich. Seid euch dessen bewusst, dass es kein Zoo ist. Während der Tour erfahrt ihr aber viel Interessantes und Wissenswertes über das Projekt und Bären im Allgemeinen. Der Eintritt kostet je nach Jahreszeit und Wochentag zwischen 50 und 85 RON. Am besten, ihr informiert euch vorab über die Führungszeiten auf der übersichtlichen Website https://millionsoffriends.org/en/libearty/

Empfehlenswert ist ebenfalls eine Reservierung oder Ticketkauf vorab, denn die Plätze sind limitiert.

Ein Bär ruht sich im Bärenreservat Libearty nahe Brașov aus
Ausruhen im Laub

Schloss Bran (Draculaschloss)

Lasst mich mal raten, was euch beim Wort „Transsilvanien“ als Erstes in den Kopf kommt? Fängt mit D an und hört mit racula auf? 😀 Und natürlich gibt es das berühmt berüchtigte Schloss, in dem mal der Blutsauger gewohnt haben muss. Das Schloss Bran erhebt sich über dem gleichnamigen Ort und man kann sich bildlich vorstellen, welch grausige Geschichten sich dort angespielt haben müssen.

Schloss Bran - das berühmte Schloss Dracula in der Umgebung von Brașov
Von außen unheimlicher als es in Wirklichkeit ist – das Draculaschloss

Allerdings muss ich ich euch an dieser Stelle enttäuschen. So gruselig es von außen erscheinen mag, das Vorbild zu Bram Stokers Roman, Vlad Tepes hatte nie seinen Fuß in dieses Schloss gesetzt. Somit besteht leider keine Verbindung zwischen dem imposanten Bau und der Vampirgeschichte. Tatsächlich hatten mal die Kommunisten dieses Mythos verbreitet, um Besucher aus aller Welt anzuziehen.

Im Innenhof von Schloss Bran
Und dabei ganz schön, aber gar nicht gruselig

Der Zulauf auch heute hält ununterbrochen an und es strömen jeden Tag große Touristenmassen nach Bran. Die meisten scheint weder die „Vampir-Lüge“ noch das Disneylandflair auf dem Basar vor dem Schloss zu stören. Tatsächlich ist die Festung von innen sehr schön, man sollte allerdings nichts Gruseliges erwarten. Eintritt kostet 25 RON.

Und hier erfahrt ihr, was man in der Stadt Brașov gesehen haben muss.

Wie wundervoll ist unsere Welt und wie langweilig ist es immer nur dahin zu reisen, wo schon alle anderen sind! Ich begebe mich auf Entdeckungsreisen zu den Orten, die noch wenig touristisch erschlossen sind und berichte von meinen Abenteuern.

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