Mascha auf dem Rooftop von Cafe Central
Afrika,  Mosambik,  Reiseziele

Ilha de Moçambique – meine Reisetipps

Sie ist irgendwie surreal – die kleine Insel im Norden des Landes. Über eine einspurige Brücke mit dem Festland verbunden. Umgeben vom schönsten Türkisblau des Ozeans. Durchädert von verfallenen Fassaden und uralten Gassen. Und so winzig, dass einem schwerfällt zu glauben, welch geopolitische Bedeutung sie einst einnahm. Die Rede ist von Ilha de Moçambique. Schon allein die Tatsache, dass sie die Namensgeberin für das gesamte Land war, lässt einen neugierig werden. Und so konnten auch wir ihrem fernen Ruf nicht widerstehen und begaben uns auf eine Entdeckungsreise Richtung Nordmosambik.

Der Pool von Cafe Central auf Ilha de Moçambique

Kleine Geschichtsstunde zu Ilha de Moçambique

Diese Insel wird man wohl nicht verstehen, wenn man nicht zumindest in groben Zügen ihre Geschichte kennt. Daher hier eine kurze Zusammenfassung 😊

Ilha befand sich seit ca. 1000 Jahren swahili-arabischer Hand und war ein Handelsstützpunkt, als der portugiesische Eroberer Vasco Da Gama 1498 als erster Europäer hier an Land ging. Zu der Zeit regierte auf der Insel der Scheich Moussa Ben Mbiki, woraus die Portugiesen „Moçambique“ machten, das ab diesem Zeitpunkt an den Ort bezeichnete. Ein paar Jahre später ließen sich die portugiesischen Eroberer dauerhaft auf der Ilha nieder, um Sie als Zwischenlager auf der Handelsroute zu nutzen und bauten sie schlussendlich aufgrund ihrer strategisch hervorragenden Lage zur portugiesischen Hauptstadt an der afrikanischen Küste aus.

Sie befestigten den Ort mit dem Fort São Sebastião, um ihn vor drohenden Überfällen sowohl seitens des Festlandes als auch vom Meer aus, zu schützen. Und das mit großem Erfolg. Niederländer, Araber aus dem Oman sowie Franzosen hatten mehrmals Versuche unternommen das portugiesische Fort zu stürmen und die Insel einzunehmen, doch jedes Mal konnte die Festung den Belagerungen standhalten.

Alte Kanone auf Fort São Sebastião auf Ilha de Moçambique
Fort São Sebastião

Im 18. Jh. florierte Ilha de Moçambique – hier wurde im großen Stil Gold-, Elfenbein- und Sklavenhandel betrieben, was der Stadt zum bedeutenden Wohlstand verhalf. Doch ab dem 19. Jh. änderte sich die politische Lage nach und nach: die Sklaverei wurde abgeschafft, der Elfenbeinhandel ging zurück, strategisches Interesse verlagerte sich Richtung Südafrika. Und so verlor die Insel allmählich an Bedeutung und fiel in einen tiefen Schlummer, der bis heute andauert.

Nur noch die prächtige, aber mittlerweile stark verkommene Architektur erinnert einen an den Glanz alter Kolonietage. Auf eine ganz magische Art und Weise kurbeln diese alten Mauern die Fantasie an, wenn man durch menschenleere Gassen schlendert. Und das ist wohl genau das, was Ilha de Moçambique zu einem magischen Reiseort macht.

Der Ausblick durch eine Schießscharte von Fort São Sebastião auf Ilha de Moçambique

Wissenswertes über Ilha de Moçambique

Die Insel ist nur 2,5 km lang und misst 600 m an der breitesten Stelle. Daher kann man sie wunderbar zu Fuß erkunden. Zwei Drittel der Insel gehören zum Weltkulturerbe, entsprechend spannend ist es die schmalen Gassen entlang zu spazieren und die Atmosphäre des verfallenen Juwels auf sich wirken zu lassen.

Alex auf dem Spaziergang durch Ilha de Moçambique
Ein Spaziergang durch die Stadt

Die Stadt gilt als sicher. Allerdings müsst ihr darauf gefasst sein zu jeder Tageszeit von Kinderscharen angesprochen zu werden. Das sind Schüler des Inselinternats, die sich bei Touristen mit dem Verkauf von Postkarten, Ausflügen, etc. etwas dazu verdienen wollen. Sie sind zwar sehr nett, können aber wirklich hartnäckig sein. Aus unserer Erfahrung muss man ein paar Mal freundlich, aber bestimmt „nein“ sagen, wenn man nichts kaufen möchte. Dann wird man auch in Ruhe gelassen.

Altes Kino von Ilha de Moçambique

Apropos Touristen. Ist der Süden von Mosambik v.a. durch Südafrikaner einigermaßen touristisch erschlossen, so trauen sich nur die wenigsten Besucher in den Norden und das gilt auch erstaunlicherweise für Ilha de Moçambique. Meines Erachtens kann es nicht lange dauern, bis größere Touristenströme ihren Weg zur Insel finden. Doch im Moment (Stand Ende 2018) hat man das große Privileg den Ort inklusive aller Sehenswürdigkeiten nicht mit lärmenden Urlauberscharen zu teilen.

Als Aufenthaltsdauer eignen sich 2-3 Tage. Das ist sowohl zur Erkundung der Insel, als auch für einen Ausflug in die Umgebung ausreichend.

Anreise auf die Ilha de Moçambique

Man erreicht die Insel vom Festland aus (mit dem eigenen Auto oder Bus) über eine Brücke.

Die Brücke auf die Insel ist 3,5 km lang und einspurig, d.h. man muss immer wieder in den Haltebuchten dem Gegenverkehr ausweichen. Die Zufahrt wird über einen Schlagbaum vor der Brücke gesteuert. Auf dem Rückweg bezahlt man eine Maut von 10 Metical/Pkw. Die Brücke hat täglich von 5-22 Uhr offen. Von Samstag auf Sonntag auch nachts.

Die meisten Unterkünfte organisieren Shuttles ab Nampula. Dort befindet sich auch der nächstgelegene Flughafen. Solltet ihr also nicht die Möglichkeit haben mit einem Privatjet direkt auf die Insel zu fliegen, werdet ihr die min. 3-stündige Anreise ab Nampula nicht umgehen können. Was natürlich auch sehr spannend sein kann: lest dazu hier meinen Artikel über unseren Roadtrip zur Ilha de Moçambique.

Sehenswertes und Aktivitäten

Fort São Sebastião

Das unannehmbare Fort liegt an der Nordspitze der Insel und ist noch relativ gut erhalten. Der Eintritt kostet 4US$, inklusive einer Führung. Diese enthielt eine kleine Herausforderung für uns. Der Guide konnte nur Portugiesisch, kein Englisch. Aber wir versuchten es trotzdem – er sprach extra langsam und ich konnte das meiste aus dem Spanischen ableiten. Unsere Fragen stellte ich auf Spanisch, worauf er uns wieder in langsamem Portugiesisch antwortete. Und so hangelten wir uns ziemlich erfolgreich durch die Führung und verließen das Fort mit viel neuem Wissen und einigen hübschen Fotos von der Festung und der Umgebung.

Mascha auf Fort São Sebastião

Der Gouverneurspalast

Erstaunlich frisch sticht der himbeerfarbene Palast heraus, der als eins der wenigen Bauten auf der Insel renoviert und gut in Schuss zu sein scheint. Das ehemalige Jesuitenkloster wurde 1752 als Wohnsitz für Gouverneure und ihre Familien ausgebaut. Heute kann man im oberen Stockwerk die ehemaligen vollausgestatteten Wohnräume besichtigen. Im Erdgeschoss befindet sich das Maritim-Museum mit Schiffsmodellen damaliger Seefahrer, wie z.B. das Beiboot von Vasco Da Gama. Das Kombiticket mit der Führung kostete 2US$. Hier waren wir übrigens wie auch beim Fort die einzigen Besucher.

Der Gouverneurspalast auf Ilha de Moçambique

Ausflug zur Insel Goa

Warum sie Goa heißt, haben wir nie wirklich erfahren. Ich vermute, so haben sie damals die auf der Insel lebenden Inder zu Ehren ihrer Heimat getauft. Aber eigentlich geht es hier weniger um die Insel, sondern viel mehr um den Segelausflug in der traditionellen Dhow, dem typischen ostafrikanischen Segelboot. Es war mein Herzenswunsch und Ilha de Moçambique eignete sich perfekt dafür.

Wir buchten am Vortag eine 3-stündige Segeltour für uns alleine und fanden uns am Morgen auf einer sehr einfachen Nußschale mit einem Dreieckssegel ein, welche von zwei einheimischen Bootsmännern bedient wurde. Der Gedanke daran, was unsere Mütter zu diesem Unternehmen sagen würden, ließ uns in diesem Augenblick etwas schmunzeln 😊

An Deck der Dhow auf llha de Moçambique
Bootsmann auf der Dhow auf Ilha de Moçambique

Es war ein schöner kurzer Törn zur vorgelagerten kleinen Insel Goa, auf der wir den alten Leuchtturm besuchten und eine Weile geschnorchelt haben, bis es zurückging. Nicht super spektakulär und dennoch ein einmaliges Erlebnis, insbesondere, wenn man segelinteressiert ist.

Mascha unterwegs zum Leuchtturm auf Goa

Wir hatten einen einheimischen Guide engagiert, hatten aber aufgrund der Sprachbarriere richtige Kommunikationsschwierigkeiten vor und während des Törns und waren schlussendlich mit der Organisation nicht zufrieden. Daher würde ich eher empfehlen euch an einen Veranstalter z.B. Ilha Blue zu wenden, die ebenfalls Dhow Törns, Kayak- und Schnorcheltrips sowie weitere Aktivitäten anbieten. Die Tour kostete uns in etwa 30 US$.

Mascha auf dem alten Leuchtturm auf Goa in Mosambik
Dhow vor der Insel Goa

Essen und Trinken

Leckere Restaurants, die wir ausprobiert haben:

Unterkunft

Wir hatten uns im Café Central über Airbnb eingebucht, das aufgrund eines sehr chaotischen Check-Ins und mangelnder Kommunikation leider nicht zu unseren besten Hotelerlebnissen gezählt hat. Aber ich muss sagen, dass sowohl der Pool als auch die Roof Top Bar dort fantastisch waren. Auch das historische Gebäude, in dem das Hotel untergebracht ist, ist ganz besonders.

Der Pool von Cafe Central
Sonnenuntergang auf der Rooftopbar des Café Central

Die Insel hat grundsätzlich viele Unterkünfte nach jedem Geschmack zu bieten. Würden wir nochmal Ilha de Moçambique besuchen, würden wir eher Feitoria Boutique Hotel oder Villa Sands bevorzugen, die aber auch entsprechend teurer sind.

Mascha am Fenster des Cafe Central auf Ilha de Moçambique

Wollt ihr mehr zu Mosambik lesen?

Dann findet ihr hier meinen Beitrag über Vilanculos, hier unser Roadtripabenteuer rund um Nampula und den Artikel über die entspannten Tage am Barra Beach.

Sharing is caring! Hat euch der untouristische Beitrag gefallen? Dann freue ich mich, wenn ihr ihn bei Facebook oder Pinterest teilt 😊

Wie wundervoll ist unsere Welt und wie langweilig ist es immer nur dahin zu reisen, wo schon alle anderen sind! Ich begebe mich auf Entdeckungsreisen zu den Orten, die noch wenig touristisch erschlossen sind und berichte von meinen Abenteuern.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.