Mascha auf dem Monserrate mit Blick auf Bogotá
Kolumbien,  Reiseziele,  Südamerika

Bogotá in 2 Tagen erleben

Unabhängig davon wie viel Zeit ihr insgesamt in Kolumbien verbringen möchtet – die Wahrscheinlichkeit, dass ihr mal auf der Reise in Bogotá, dem Drehkreuz des Landes, zwischenlandet, ist relativ hoch. Ich kann euch nur raten: lasst diese spannende Stadt nicht aus, plant sie wenigstens für 1-2 Tage in eure Route ein! Bogotá war die erste Station unserer Kolumbienreise und perfekt, um erste Bekanntschaft mit dem Land und den Menschen zu machen. Hier kommen meine Bogotá Highlights, die wir in 2 Tagen erlebt haben.

Wo finde ich was

Bogotá – Tag 1

Der Zeitunterschied zwischen Kolumbien und Deutschland ließ sich wie erwartet am ersten Tag nicht einfach wegstecken. Um 5.00 morgens grüßte der Jetlag, eine Stunde später saßen wir beim Frühstück – ein eher seltenes Phänomen bei uns. Und wir hatten bereits einen Plan für den ersten Tag in der Tasche.

Bogota mit dem Fahrrad erkunden

Im Nachhinein die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Bogotá ist mit ihren 8 Millionen Einwohnern eine beachtliche Metropole und selbst im Stadtzentrum legt man gewaltige Distanzen hin, um von A nach B zu kommen. Mit dem Fahrrad klappert man in der Zeit viel mehr ab und es macht einfach mehr Spaß als zu Fuss. Wir wählten den gut bewerteten Anbieter Bogota Bike Tours. Eine Vorabanmeldung ist nicht nötig. Man muss einfach um 10.00 im Office erscheinen und nachdem man ein kurzes Formular ausgefüllt hat, bekommt man ein Fahrrad samt Helm ausgehändigt. 

Teilnehmer von Bike City Tours in Bogotá
Letzte Vorbereitungen, bevor in die Pedale getreten wird…

Ausrüstung

An der Qualität der Ausrüstung hatten wir nichts auszusetzen. Mehr noch – die gesamte Tour über begleitete uns Flávio, der Fahrraddoktor, der für jegliche Reparaturen ausgerüstet war. Er inspizierte die Räder bei allen Stopps und musste tatsächlich einmal den Schlauch auswechseln, weil eine Teilnehmerin einen Platten hatte. 

Ablauf

Um 10.30 geht die Tour los und dauert ca. 5 Stunden. Es gibt englisch- und spanischsprachige Guides und Gruppen um die 10 Personen. Sehr zu empfehlen war unser englischsprachiger Guide Sergio, der uns während der Tour mit zahlreichen Informationen zur Stadt fütterte, aber sehr kurzweilig und locker, so dass die 5 Stunden wie im Flug vergingen.

Route

Wir radelten durch das Stadtzentrum Candelaria und das Viertel Santa Fe bis zur kleinen Kaffeerösterei Cafe de la Fonda, wo wir die erste Pause einlegten und den kolumbianischen Kaffee schlürften (Tipp: probiert die Kreationen „Café de los Dioses“ – Kaffee mit Kondensmilch und Kardamom). Anschließend fuhren wir vorbei an Graffiti Kunstwerken (mit ausgiebigen Erklärpausen) zum Lebensmittelmarkt. Dort gab es eine Obstverkostung vom Feinsten. Hand aufs Herz: habt ihr schon mal etwas von Früchten namens Lulo, Tamarillo oder Feijoa gehört? Genau, wir auch nicht. Und das, um nur wenige zu nennen. Zahlreiche Früchte, von denen wir bisher keine Ahnung hatten, wurden uns präsentiert und zum Probieren angeboten. Köstlich!

Das Ende der Tour wurde explosiv! Es ging zum Tejospiel mit Bierbegleitung. Tejo grob erklärt: es gilt aus der Distanz mit Steinsheiben die Mitte einer Lehmwand zu treffen, die mit Schießpulverpäckchen umrandet ist, was natürlich immer wieder zum gewaltigen Knall und Gelächter der Mitspieler führt. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es wohl zur Entstehung dieses Spiels gekommen sein mag, beließ es dann aber bei dem Gedanken, dass es nur von Kolumbianern erfunden werden konnte, die auf jeglichen Krach und Spaß abfahren 😄 Es war jedenfalls extrem amüsant und ein toller Abschluss des ersten Bogotá Erkundungstages.

Bogota Bike Tours Teilnehmer radeln in Bogotá
Radeln durch die Straßen von Bogotá

Kosten

Pro Person kostet die Tour 40 000 Pesos, was umgerechnet knapp über 10 € sind.

Tipps

Sonnenschutz nicht vergessen! Bogotá liegt auf 2600m und in unmittelbarer Nähe des Äquators, also gibt es hier zwangsläufig die volle UV-Dröhnung. Lasst euch nicht von den meist kühlen Temperaturen und oft bewölktem Himmel der Hauptstadt täuschen. 

Trinkwasser: nehmt euch am besten etwas mit auf die Tour. Man kann zwar beim ersten Kaffeestopp Wasser kaufen, aber bis dahin dauert es ein Stück und davor hat man sonst keine Möglichkeiten ohne die ganze Gruppe aufzuhalten. 

Bester Wochentag. Ohne es zu wissen, hatten wir den bestmöglichen Tag der Woche für die Fahrradtour erwischt – den Sonntag. Am Sonntag werden viele Straßen in Bogotá für Autofahrer gesperrt und für Fahrradfahrer freigegeben (Ciclovia). Das machte es natürlich auch für unsere Führung viel entspannter.

Obststand in Bogotá
Verkostung von exotischen Früchten
Autofreie Straße Ciclovia in Bogotá
Bogotá Sonntags
Graffiti in Santa Fe, Bogotá
Graffiti Kunst

Bogotá – Tag 2

Monserrate

Nachdem wir uns am Tag davor einen groben Überblick über das Standzentrum verschafft hatten, wollten wir uns das Ganze mal von oben angucken.

Bogotás Wahrzeichen – Cerro Monserrate ist 3152 m hoch und bietet atemberaubenden Blick über die komplette Stadt. es gibt unterschiedliche Möglichkeiten auf den Gipfel zu kommen: entweder zu Fuß oder per Standseilbahn/Pendelseilbahn – je nach Uhrzeit ist jeweils eine in Betrieb. Da uns (tatsächlich teils verwirrenden) Infos im Lonely Planet zum Wanderweg verunsichert hatten, beschlossen wir mit der Seilbahn zu fahren und kauften Hin- und Rücktickets für 21 000 Pesos pro Person (knapp über 5 €). In 5 Minuten brachte uns die Bahn hoch.

Seilbahn zum Monserrate
Seilbahn zum Monserrate

Die Aussicht ist tatsächlich faszinierend. Ich kann mich nicht erinnern mal so weit oben über einer Metropole gestanden zu haben, Stadtgeräusche aufsaugend. Abgesehen von dem schönen Ausblick befinden sich noch Restaurants sowie die Pilgerkirche Señor Caído de Monserrate. Für Restaurants hatten wir keinen Hunger und die Kirche war an dem Tag leider abgesperrt, so dass wir nach kurzem Aufenthalt beschlossen den Rückweg zu Fuß anzutreten und somit eine kleine Wanderung mitzunehmen. Der Abstieg zur Talstation ist bepflastert und geht durch die steile Neigung gut auf die Knie.

Warum im Lonely Planet gewarnt wird den Weg nach 10.00 morgens aus Sicherheitsgründen nicht mehr zu begehen, war uns schleierhaft. Gefühlt alle 100 m patrouillieren Polizisten, die für die Sicherheit sorgen, ständig begegnen einem Jogger und Sportler, teilweise einzelne Frauen, die den Berg hochlaufen. Dass dies eine gefährliche Gegend sein könnte, machte uns nicht den Eindruck. Ich würde mich dort nicht unbedingt nach Anbruch der Dunkelheit bewegen, aber vormittags wie nachmittags sehe ich kein Problem. 

Aussicht auf Bogotá von Monserrate
Wahnsinnsaussicht
Alex auf dem Wanderweg Monserrate
Der Monserrate Wanderweg

Weitere Bogotá Empfehlungen – was wir fest vorhatten, aber leider nicht schafften.

Gold Museum – Museo del Oro

Dieses Museum muss eindrucksvoll sein und erzählt nicht nur Einiges über das Edelmetall an sich, sondern auch viel über Kolumbiens Geschichte. Leider machten uns die Wochentage einen Strich durch die Rechnung. Der Museumsbesuch war am 2.Tag, dem Montag geplant. Doch leider mussten wir dann feststellen, dass es montags nicht offen hat und mussten somit darauf verzichten.

Tipp: Sonntags gibt es freien Eintritt ins Museum! 

Food Tour

Eine tolle Möglichkeit Kolumbiens und Bogotás Kulinarik zu entdecken, ist die kostenlose Food Tour (freiwillige Spenden sind willkommen). 

Zentrum Bogotá
Bogotás Zentrum

Unterkunft

Letztendlich findet man in jedem Stadtteil annehmbare bis sehr gute Unterkünfte. Wer sich im Stadtzentrum – Candelaria – niederlässt, hat die meisten Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe. Allerdings gehört Candelaria nicht zu der sichersten Gegend und es wird davon abgeraten sich hier abends auf der Straße aufzuhalten.

Als sichere Ecken In Bogotá gelten die nördlicheren Viertel, wie Chapinero. Rund um Parque 93 gibt es einige schöne Unterkünfte. Auch unsere Wahl fiel auf ein Hotel in dieser Gegend: Hotel El Dorado – eine klare Empfehlung für Bogotá. Super Zimmer, freundlicher Service und ein ganz tolles vielseitiges Frühstück für ca. 60€/Nacht. In der Nähe befinden sich viele Restaurants und Bars. Allerdings dauert es etwas, bis man im Stadtzentrum ist – mit Uber/Taxi um die 30 Minuten je nach Verkehrslage, was allerdings sehr günstig ausfällt. Für diese Fahrten zahlten wir zwischen 4-5 €.

Doppelzimmer im Hotel El Dorado, Bogotá
El Dorado Hotel

Essen und Trinken

El Gato Gris

Hierhin stürzten wir uns hungrig nach der Bogotá Bike Tour. Typische kolumbianische Kost in einem urigen Ambiente. Auf dem Dach gibt es sogar eine kleine Terrasse. Hier probierte ich zum ersten Mal den Ajiaco – den landestypischen Eintopf mit Mais, Kartoffeln, Avocado und Hähnchen.

Allerdings muss man dazu sagen, dass El Gato Gris eher auf Touristen ausgerichtet ist. Viele Einheimische habe ich dort nicht gesehen. Nichtsdestotrotz ein gutes Restaurant, um sich in Kolumbiens Küche vorzuwagen.

Novillo de Oro

Voller Laden im Zentrum von Bogotá auf 2 Etagen, rennende Kellner, laut, mehrere Grillstationen und kein Tourist weit und breit. Genau das, wonach wir gesucht haben. Die Speisekarteim Novillo de Oro ist auf gegrilltes Fleisch spezialisiert. Jedes Fleischgericht, dass auf einem heißen Brett gebracht wird, kostet 17.900 pesos – unter 5 €. Insgesamt zahlten wir mit Bier und Wasser 60.000 pesos = 18 € für 2 Personen. Sehr empfehlenswertes Lokal.

Arte y Pasion Café

Von außen unscheinbar, aber der Kaffee ist grandios. Im Arte y Pasion Café sind Profis am Werk! In der oberen offenen Etage werden Baristas in der eigenen Barista Schule unterrichtet. Man kann typisch kolumbianischen Trank bestellen oder auch klassische Kaffeegetränke. Kosten Cappuccino: ca. 1,80€. 

Tipp: Wer auf der Suche nach einem Mitbringsel ist, kann hier hochwertige Kaffeebohnen kaufen.

Central Cevicheria

Wie der Name Central Cevicheria schon sagt, ist dieses Restaurant auf Ceviche und Meeresfrüchte spezialisiert. Sehr lecker, tolles gehobenes Ambiente, extrem freundlicher Service. Ausgezeichnete Pisco Sour. Haben dort um die 60 € für Ceviche, Hauptspeise frittierte Meeresfrüchte, mehrere Pisco Sour und Bier gezahlt.

Ajiaco im El Gato Gris
Ajiaco im El Gato Gris
Fleischplatte im Novillo de Oro
Mittagessen im Novillo de Oro
Central Cevicheria
Central Cevicheria

Ein Städtetrip reicht dir nicht, um das Land kennenzulernen? Dann nichts wie los in die Natur – lest hier über meine Reiserfahrungen im Amazonas!

Sharing is caring! Hat euch der untouristische Beitrag gefallen? Dann freue ich mich, wenn ihr ihn bei Facebook oder Pinterest teilt 😊

Wie wundervoll ist unsere Welt und wie langweilig ist es immer nur dahin zu reisen, wo schon alle anderen sind! Ich begebe mich auf Entdeckungsreisen zu den Orten, die noch wenig touristisch erschlossen sind und berichte von meinen Abenteuern.

3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.