Steg am Amazonas
Amazonas,  Kolumbien,  Reiseziele,  Südamerika

Amazonas Tour – 4 Tage im kolumbianischen Regenwald – mein Reisebericht Teil 2

Auf diesen Part der Amazonas Tour hatten wir uns besonders gefreut. Endlich den Amazonas Fluss, diesen gewaltigen Strom von Südamerika, erleben. Rosa Flussdelfine sehen. Aras und Äffchen beobachten. Es standen so viele Highlights auf dem Plan. Welche Erwartungen erfüllt wurden und welche nicht und was wir im Nachhinein anders gemacht hätten, lest ihr in diesem zweiten Teil meines Amazonas Reiseberichtes.

Tag 3 der Amazonas Tour – mit dem Boot auf dem Amazonas unterwegs

Ab zum Fluss

Um 7.30 holte uns das Taxi ab und wir fuhren erstmal nach Leticia zum Büro. Dort wurden wir von unserer sehr netten Reiseführerin, Maripaz, empfangen. Mit ihr liefen wir durch den pittoresken Lebensmittelmarkt zum Fluss und stiegen in ein Motorboot. 

Hafen in Leticia, Kolumbien
Bootsanleger in Leticia

Keine weiteren Passagiere, nur wir, der Fahrer und Maripaz. Während der ganzen Bootstour versorgte uns Maripaz mit zahlreichen Infos zum Amazonas Fluss, der Leben der Menschen dort, Amazonas Kultur und der Tierwelt. Unsere Augen scannten natürlich ständig die Wasserfläche ab auf der Suche nach rosa Flussdelfinen. Und siehe da! Da war einer, er kam immer wieder spielend zum Vorschein, um die 50 m von uns entfernt. ABER: nicht rosa 🙂 Sondern grau. Für uns trotzdem schön und wir hatten ja noch den ganzen Tag vor uns, um auch rosa Exemplare zu erspähen.

Facts: Wusstet ihr, dass es sich bei grauen Amazonasdelfinen um Jungtiere handelt, die mit dem Alter rosa Farbe annehmen?


Anbieter Reserva Natural Tanimboca
Kosten ca. 100 €/ Person pro Tag
Anreise Flug ab Bogota nach Leticia ca. 50 € (Avianca oder Latam)
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Dauer 4 Tage
Übernachtung Baumhaus im Dschungel
Mitbringen Stirnleuchte, Regenjacke, Mückenspray, Sonnenschutz, lange leichte Wanderkleidung

Amazonas, Kolumbien
Amazonas…

Isla de los Micos – der Instagram Spot auf der Amazonas Tour

Unser erster Stopp nach ca. 1 Stunde Bootsfahrt war Isla de los Micos. Amazonas-Interessierte werden diese Insel von Instagram Bildern kennen, auf denen kleine Totenkopfäffchen auf den Touristenköpfen herumturnen. Mehrere Tausend Affen leben auf der 450 ha großen Insel und sind an Menschen gewöhnt. Durch Pfeifgeräusche und Bananen werden sie angelockt und bekraxeln in einer großen Traube vor Freude quietschende Touristen. Genau das Richtige für mich! 🙂 Vor dem Betreten der Insel musste man Schmuck und Sonnenbrillen ausziehen und nach ein paar Metern durch den Dschungel kam man an den Platz des Geschehens an. 

Mascha mit Totenkopfäffchen auf dem Kopf auf der Amazonas Tour

Eins sollte klar sein: Untouristisch ist anders. Mittlerweile ist die Attraktion gut bekannt und gehört zu jeder Amazonas Tour dazu. Dementsprechend voll ist es dort. Trotzdem ein sehr schönes Erlebnis auf der Amazonas Tour, wenn man keine Scheu vor Tieren hat und Affen mag.

Tipp: Mein T-Shirt und meine Mütze waren nach dem Affenbesuch komplett mit Bananen vollgeschmiert. Wechselshirt kann nicht schaden 🙂

Was mir immer persönlich bei Attraktionen, die mit Tieren zu tun haben, sehr wichtig ist, ist dass die Tiere nicht in Gefangenschaft gehalten werden und Rückzugsmöglichkeiten haben. Hier kann das mit gutem Gewissen bestätigt werden – die Äffchen können sich überall auf der Insel zurückziehen und nur diejenigen, die mit Menschen „interagieren“ wollen, kommen zum Touristenplatz.

Isla de los Micos, Kolumbien

Macedonia – indigine Community

Zweiter Stopp war der kleine Ort namens Macedonia. Was soll ich sagen? Hätten wir nicht am Tag zuvor das ultimative authentische Erlebnis mit den Einheimischen im Dschungel gehabt (lese hier meinen Beitrag dazu), hätten wir vielleicht diesen Aufenthalt vielleicht noch ganz spannend gefunden. Aber so konnten wir nur müde lächeln: Macedonia ist eine indigene Community auf touristisch. Größere Besuchergruppen lösen sich im 30 Minuten Takt ab. Man bekommt von einem in Amazonas Tracht gehüllten Häuptling ein bisschen über die Gepflogenheiten des Stammes erzählt. Dann kommt eine kleine Tanzvorführung durch Jung und Alt mit anschließender Möglichkeit an aufgebauten Ständen handgemachte Souvenirs zu kaufen. Im Vergleich zum Vortag: Massentourismus pur.

Indigine Community in Macedonia, Amazonas
Touristen dürfen in Macedonia mittanzen

Reisegedanken:  Egal in welcher Ecke dieser Welt – Tourismus ist oft ein zweischneidiges Schwert. Zum einen gibt es verarmten Regionen eine Chance auf Aufschwung. Zum anderen geht bei steigenden Touristenzahlen die Authentizität so oft verloren. Soweit, so allgemein bekannt. Doch in Macedonia habe ich mir noch eine weitere Frage gestellt. Wenn diese Community nicht täglich für Besucher Ihre Vorführungen darbieten würden, würde dann nicht dieses einmalige Kulturerbe nach und nach komplett aussterben? Sollte man dann nicht solche Attraktionen unterstützen? Die Antwort auf diese Frage bleibt natürlich jedem selber überlassen. Für uns bleiben am Ende nur die wirklich authentischen Begegnungen im Kopf und Herz hängen.

Macedonia in Kolumbien auf der Amazonas Tour
Macedonia

Puerto Nariño – hier dreht sich alles um den Amazonas

Die Amazonas Tour ging weiter, schließlich war das Ziel immer noch rosa Flussdelfine zu sehen. Dazu fuhren wir durch einen magischen Mangrovenwald, leider delfinlos, aber trotzdem unbeschreiblich schön. Ein kurzer Abstecher zum Lago Tarapoto, aber auch hier leider weit und breit keine Delfine. Nur im Hafen von Puerto Nariño, unserem dritten Stopp, erblickten wir für eine Sekunde einen grauen, bevor er wieder in den Tiefen des Amazonas verschwand.

In Puerto Nariño, einem kleinen gepflegten Ort, gingen wir erstmal von Maripaz begleitet zum Mittagessen und wünschten uns danach sehnlichst eine Siesta abhalten zu dürfen. Doch es stand noch einiges auf dem Programm: ein kleines, sehr liebevoll gestaltetes Museum Natutama rund um Amazonas. Ein netter Guide führte uns durch die Exponate und erzählte v.a. viel zur Tierwelt im Amazonas.

Mangrovenwald auf der Amazonas Tour
Mangrovenfahrt

Wissen & Mythos: Laut einer uralten Indianerlegende sind rosa Flussdelfine (auch Botos genannt) alle männlich. Um sich fortzupflanzen, verwandeln sie sich abends in gutaussehende junge Männer in weißen Anzügen und gehen auf Dorffeste, um dort Mädchen zu verführen und zu schwängern. In derselben Nacht verwandeln sie sich wieder in ihre ursprüngliche Delfinform und schwimmen davon.

Interessant ist, dass in den Amazonasdörfern bis heute unbekannte weiß gekleidete Männer skeptisch beäugt werden oder in manch einer Geburtsurkunde „rosa Flussdelfin“ als Vater angegeben ist 🙂

Grüne Felder auf Amazonas Tour
Amazonas Tour

Endspurt nach Leticia

Wir interessierten uns allerdings nicht für weiß gekleidete Männer, sondern für ihre tierische Gestalt, nur schienen wir da leider kein Glück zu haben. Der Plan nach dem Ablegen in Puerto Nariño war es die peruanische Seite des Amazonas anzusteuern, um dort nach den Delfinen Ausschau zu halten. Doch kaum saßen wir im Boot, kam ein tropischer Wolkenbruch über uns her, der nicht zu enden schien. Maripaz entschuldigte sich und erklärte uns, dass wir bei solch einem starken Regen nicht den Amazonas überqueren könnten. Stattdessen nahmen wir in Regenklamotten gehüllt wieder Kurs auf Leticia auf. Kurz vor Leticia kam wunderschöne Nachmittagssonne wieder zum Vorschein und wir machten einen letzten Halt, um Aras und einen Seerosenteich zu bewundern.

Und wo bleiben die rosa Flussdelfine? Leider wollten sie sich uns an dem Tag nicht zeigen. Natur kann man nicht zu irgendetwas zwingen. Meine Philosophie in solchen Fällen ist: dann wir müssen eben nochmal kommen! 

Mascha im Tropenregen auf der Amazonas Tour
Tropischer Regen
Mascha mit Ara auf dem Arm
Mascha mit Ara auf dem Arm

Tag 4 der Amazonas Tour – Adios Amazonas

Abreisetag. Am Vormittag ging unser Flieger nach Bogotá, daher leider keine großen Abenteuer mehr und trotzdem hatten wir noch Programm.

Unser mittlerweile bekannte Taxifahrer holte uns um 7.40 ab und machte mit uns eine kleine Tour durch Tabatinga – die auf der brasilianischen Seite angrenzende Stadt. Spannend? Nein, eher nicht – wir gingen durch einen Lebensmittelmarkt, hielten an einem Schuhgeschäft (😄 – nein, wir haben nichts gekauft), machten Fotos mit einem Fuß in Kolumbien und einem Fuß in Brasilien und genoßen noch zum letzten Mal die Aussicht auf den mächtigen Amazonas Fluss. Danach wurden wir zum Flughafen gebracht. Unsere Amazonas Tour neigte sich dem Ende und wir hoben mit einem Gefühl unendlicher Dankbarkeit an diese einzigartige Region unserer Erde und dem festen Wunsch den Amazonas nochmal sehen zu wollen ab.

Seerosenteich

Amazonas Tour mit Tanimboca – unsere Empfehlungen

Und die Quintessenz? Der Aufenthalt war unvergesslich, so viel steht fest. Die ersten zwei Tage hätten wir genauso nochmal wiederholt. Ein tolles Erlebnis im Baumhaus, Canopy, Nachtwanderung und die einzigartige Zeit mit Rodolfo und seiner Familie (lest dazu meinen Beitrag über die ersten zwei Tage im Regenwald).

Den Tag auf dem Amazonas Fluss hätte ich allerdings anders gestaltet. Isla de los Micos – klar, ein Muss! Die indigine Siedlung Macedonia würde ich weglassen (mir persönlich zu touristisch) und stattdessen mehr Zeit auf dem Wasser verbringen, z.B. einen Kayakausflug durch die Mangroven machen. Und vielleicht sogar in Puerto Nariño übernachten, um mehr von der Amazonasstimmung aufzusaugen. Den vierten Tag – also die Tour durch Tabatinga würde ich ebenfalls skippen. Entweder man schlendert auf eigene Faust durch oder man genießt die letzten Stunden im Nationalpark mit all den wunderbaren Dschungelgeräuschen. Schaut euch einfach die unterschiedlichen Reisepakete von Tanimboca durch und entscheidet euch für eins, was euch am meisten zusagt. Und wenn nicht – jedes Programm kann individuell angepasst werden.

Macedonia

Ist Amazonas genau das Richtige für deine Abenteurerseele? Dann schau dir doch auch den ersten Teil meines Reiseberichts an  oder lese durch, was du bei deiner Vorbereitung auf eine Amazonastour beachten solltest.

Willst du mehr zu unserer Kolumbienreise erfahren? Besuche auch den Blogeintrag zum Aufenthalt und Reisetipps in Bogotá! Oder erfahre, was es im Outdoor-Paradies San Gil zu erleben gab.

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Wie wundervoll ist unsere Welt und wie langweilig ist es immer nur dahin zu reisen, wo schon alle anderen sind! Ich begebe mich auf Entdeckungsreisen zu den Orten, die noch wenig touristisch erschlossen sind und berichte von meinen Abenteuern.

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